“Welt ohne Aussen”

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Artwork by Doug Wheeler

Artwork by Carsten Höller

Artwork by Wolfgang Georgsdorf

Tino Sehgal, der König der Performance-Kunst, bescherte dem Berliner Martin-Gropius-Bau 2015 eine grandiose Ausstellung: tanzende Museumwärter, sich küssendene Paare und plaudernde Kinder, die dem Besucher Fragen stellten, auf die es keine Antwort gab. Immaterielle Kunst.

Mit der aktuellen Ausstellung “Welt ohne Aussen” kehrt Tino Sehgal zurück in die Heiligen Hallen des Martin-Gropius-Bau, wenn auch in anderer Funktion. Gemeinsam mit dem Berliner-Festspiele-Intendant Thomas Oberender hat der Performance-Künstler die Schau kuratiert.

„Welt ohne Außen. Immersive Räume seit den 60er Jahren“. Immersion heißt soviel wie “eintauchen”. Erlebbare, erfahrbare Kunst also. Die Ausstellung beginnt mit einem Raum von Lucio Fontana, dem Mann, der in die Kunst-Geschichte einging, weil er seine Bilder aufschlitzte, so für Dreidimensionalität sorgte.

In “Ambiente spaziale: ,Utopie‘ “ – der Arbeit, die im Martin-Gropius-Bau zu sehen ist, geht es hinein in eine Raumskulptur. Die so konzipiert ist – dank wellenförmigen Boden – dass nur schwer erkennbar ist, wie hoch der Raum wirklich ist. Es droht Gefahr sich den Kopf anzustoßen.

Direkt danach wartet eine Arbeit des “Light and Space” Künstlers  Doug Wheeler. Ein großer, weißer, hohlkeliger Raum, ohne Ecken und Kanten. Am Ende leuchtet eine helles Quadrat auf. Ein prächtiges Kunstwerk, für das es Zeit braucht. Die Arbeit, unsere Wahrnehmung verändert sich.

Weiter geht es in die Strobo-Hölle von Carsten Höller: ein Raum mit unendlich vielen Glühlampen, welche für blitzschnelles, stroboskop-artiges Licht sorgen, das zu optischen Effekten führt. Wohl eher nichts für Epileptiker – allen anderen empfehlen wir einen ausgehnten Besuch, auch mal die Augen schließen.

Auch von Tino Sehgal selbst gibt es eine Arbeit zu sehen: In einem Raum warten zwei Männer und eine Frau – in der Garderobe eines Museumswärters – auf die Besucher. Sobald die Kunst-Liebhaber den Raum betreten, beginnen Sehgals Performance-Künstler zu tanzen und singen “This is so contemporary, This is so conempary”.

Des weiteren gibt es eine Virtualiy Reality Arbeit von Nonny de la Pena zu sehen, in der man sich die Gefängniszelle mit einem Häftling teilt, der von seinem Leben erzählt. Oder aber eine – nennen wir es mal –  Geruchsmaschine (“Smeller 2.0) von Georgsdorf, die den Besucher mit diversen Gerüchten konfrontiert.

Cyprian Gaillard, Isabel Lewis und, und, und. Viel Spaß beim abtauchen! “Welt ohne Aussen” läuft noch bis zum 5. August. Hier zu sehen: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin.

Category: News

Tags: Martin-Gropius Bau, Welt ohne Aussen

Von: David Kurt Karl Roth

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