Buntes Treiben: Schwangere Männer auf der LFW

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Eigentlich sind alle Augen diese Saison auf die Paris Fashion Week gerichtet. Der Grund: Die beiden Goldjungen Kim Jones und Virgil Abloh zeigen jeweils ihre ersten Kollektionen für ihre neuen Arbeitgeber in Paris. Der introvertierte Jones bereitet sich, wie zu erwarten, im Stillen auf seine Show für Dior Homme vor.

Während dessen tüfftelt Abloh fleißig in den Ateliers von Louis Vuitton, wie man auf deren Instastories mitverfolgen konnte. Allen Anschein nach kommt der US-Boy dabei so gut voran, dass er sich einen Abstecher zur London Fashion Week erlauben konnte. Der 38-Jährige saß am Sonntag in der Frontrow bei A Cold Wall* und gab der avantgardistischen Präsentation seines Ex-Assistenten, Samuel Ross, seinen Segen.

A Cold Wall*

A Cold Wall*

A Cold Wall* verarbeitete synthetisches Material zu apokalyptischer Streetwear. Die Proportionen sind verzerrt und wurden mit industriellen Accessoires und Metall akzentuiert. Der Laufsteg wurde gleichzeitig als Bühne für Performance-Kunst genutzt. Ein Kubus und dessen graue Styroporwände wurden gegen Ende der Show von Models in dunklen Kapuzenjacken eingeschlagen. Dies erklärte dann auch den Einladungen beiliegenden Schutzmasken, -Brillen und Ohrstöpsel. In einem dramatischen, ja epischen Finale stieg darauf hin ein befreiter, aber blutiger Nackter aus den Trümmern empor.

Ähnlich beklemmend war die Show von Xander Zhou. Das junge Designertalent aus China ließ fast ausschließlich außerirdisch, befremdliche und hochschwangere Männermodels seine Kleidung präsentieren. Die Kollektion mit dem passenden Titel „New World Baby“, zeigte neben OP-Kittel, Rugby-Shirts in grellen Farben, die ein bisschen an Giftmüll erinnern. Dazu gab es auch robotischen Schrittschutz, um das Bild einer nicht zu weit entfernten Dystopie zu komplettieren.

Xander Zhou

Xander Zhou

Xander Zhou

Xander Zhou

Bunt ging es auch am Freitag zu: Das italienische Label Iceberg präsentierte auf Londoner Männermodewoche bei einem morgendlichen Gastauftritt eine Kollektion für beide Geschlechter. Designer James Long blieb sich treu und zeigte viel Strickwaren, plakative Grafiken und diverse Referenzen an die Popkultur. Diese Saison kombinierte der Brite Charaktere von den Peanuts, ganz trendbewusst, mit vom Rennsport inspirierter Kleidung.

Iceberg

Iceberg

Iceberg

Am Abend lud Topman zur Fashion Week Vorparty ein. Im Phoenix Artist Club gab es neben Negronis (es war ja immer noch Negroni-Woche für einen guten Zweck) für den Durst, auch vegane Burger und Fritten für den Hunger. Aber eigentlich waren wir nur vor Ort um uns die sommerlichen Anzüge und tropischen Hemden, welche von den gut aussehenden Gästen getragen wurden, anzuschauen. Henry Holland, der Macher von „House von Holland“, welcher auch anwesend war, hatte bestimmt das gleiche im Sinn.

 

Topman Party

Topman Party

Cottweiler und Matthew Miller zeigten tagsdrauf vergleichsweise monochrome Kollektionen, viel schwarz, grau und silber. Während Cottweiler mit leuchtend grün-blau besprayten Taschen und mit weiß-rosa Pinseldruck Akzente setzte, zählt Miller auf neongrüne Funktionswesten und sonnengelbe Trenchcoats. Beide hatten auch ein Faible für funktionelle Accessoires. Cottweiler stattete seine Models mit Kletterausrüstung, inklusive Helm, Karabinerhaken, Gurten und um den Schritt gewickelte Seile aus. Miller schickte seine Models mit Werkzeugkästen und Badelatschen von K-Swiss (die von Weitem verdächtig nach Gucciletten aussehen) auf den Catwalk.

Matthew Miller

Matthew Miller

Cottweiler

Cottweiler

Category: Fashion Shows

Tags: A-Cold-Wall, Cottweiler, Iceberg, London Fashion Week Men, Matthew Miller, SS19, Xander Zhou

Von: Thao Le Minh

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